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„WM 2007? Kaum zu machen!“

Die Korfballerin Katharina Holtkotte vom KV Adler Rauxel muss derzeit zum zweiten Mal nach einer Knieverletzung eine mehrmonatige Zwangspause einlegen. Sportredakteur Carsten Loos sprach mit der Nationalspielerin.

Wie geht es Ihnen nach der zweiten Knieverletzung?

Holtkotte: – Gesundheitlich ist es in Ordnung; die erste Operation am Innenmeniskus ist im Evangelischen Krankenhaus gut verlaufen. Ich bin aber frustriert und enttäuscht. Und dann kommt im Februar noch die zweite Operation, bei der das Kreuzbahn erneuert werden soll. Immerhin kenne ich das schon nach meiner Kreuzband-Verletzung am linken Bein.

Wie kam es zu der neuerlichen Verletzung?

Holtkotte: – Ich bin bei der U21-EM im Spiel gegen Russland auf eine Gegenspielerin aufgelaufen. Dabei habe ich mir das Knie verdreht. Auf dem Video sieht man, dass sie mich nur leicht berührt hat. Das war natürlich ärgerlich. Ich hatte mich nach der Verletzung bei den World Games 2005 gerade ein halbes Jahr lang vorbereitet – für nur zwei Spiele.

Haben Ihnen die Ärzte mal gesagt, ob Sie eine Veranlagung für solche Verletzungen haben?

Holtkotte: – Definitiv habe ich eine solche Veranlagung. Die anderen Bänder sind zu lang, da muss dann immer das Kreuzband herhalten. Allerdings war die erste Verletzung eher ein Zufall; da ist mir eine Gegenspielerin ins Knie gesprungen.

Wann ist für Sie wieder an Korfball zu denken?

Holtkotte: – Ab der Operation im Februar muss ich mit einer Pause von sechs Monaten rechnen. Ich könnte also erst im August oder September wieder mit dem Training anfangen. Wenn ich das dann überhaupt noch mache. Ich würde gerne wieder anfangen, aber vielleicht nur im Verein. Die Verletzungen sind mir ja jedesmal bei internationalen Turnieren passiert. Da geht es anders zur Sache.

Ihr Trainer Dieter Fernow hat sie ein Riesentalent genannt. Bedeutet Ihre Knieverletzung, dass die WM 2007 ohne das Riesentalent des deutschen Korfballs stattfinden wird?

Holtkotte: – Dass ich teilnehmen kann, ist kaum zu machen. Das schaffe ich wohl nicht. Nach der letzten Verletzung habe ich im Mai wieder angefangen und kam bis zur U21-EM gerade so hin. Jetzt wird das dreiviertel Jahr Pause bis August oder September dauern. Und dann bräuchte ich viel Spielpraxis.

Noch eine Frage: Sagt Ihnen der Name Maria Riesch etwas?

Holtkotte: – (nach kurzem Überlegen) Das ist doch diese Skiläuferin, das hat mir schon jemand gesagt. Die war doch auch zweimal am Knie verletzt – und ist wieder zurück gekommen.

Katharina Holtkotte, – 20 Jahre alt, spielt buchstäblich ihr halbes Leben Korfball, nämlich seit nunmehr zehn Jahren. Immer beim KV Adler Rauxel – zunächst aus Zufall, inzwischen aus Überzeugung. Die Lehramts-Studentin (Geschichte und Theologie) gewann Bronze bei der U23-Weltmeisterschaft 2004 und bei der U21-Europameisterschaft 2006, war zudem Vierte mit deutschen Senioren-Nationalmannschaft bei den World Games 2005. Mit ihrem Club wurde sie Fünfter beim Eurocup 2004 und 2005 in der Verbandsliga Meister.

Mittwoch, 20. Dezember 2006 | Quelle: Ruhr Nachrichten (Castrop-Rauxel)