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The Best of the Rest

Deutschlands U19-Junioren überzeugen durch Spielwitz und Homogenität. Nur Siege gegen die Topteams aus Holland und Belgien bleiben ein Traum Deutschland wieder "the best of the rest".
Das klingt vielleicht ein bißchen wie Abfall. Ist aber alles andere als das. Der Rest, das sind zwölf Korfball-Teams der U19-Altersklasse, die den beiden Topteams aus den Niederlanden und aus Belgien das Wasser nicht reichen konnten.
Auch im Traum nicht. Obwohl: Jochen Schittkowski, der stets positiv denkende "Pressefux" der deutschen Delegation beim Junior World Cup in Leeuwarden, hatte am Tag vor dem Halbfinale gegen den Abo-Sieger Niederlande so einen Traum: "Diesmal, da packen wir sie. Niemand ist unschlagbar!" Jeder Trainer träumt davon, einmal den großen Favoriten zu schlagen. Im Fußball die Bayern, im Korfball halt die Holländer.

Aber es blieb beim Traum. Deutschland verlor das Halbfinale gegen die Niederlande mit 4:14. Happig. Aber irgendwie auch ungerecht, oder: Die haben tausende Nachwuchsspieler in Hinterhand, "wir" gerade mal wenige hundert.
Das macht den Unterschied. Selbst zu den Belgiern. Im Finale machte mal wieder Holland das Rennen. Wer sonst.
Aber den Rest, den hat die deutsche Auswahl weggeputzt. Nicht wie früher, mit Ach und Krach, sondern souverän, mit moderner Spielanlage. Das mit 10:7 gegen England gewonnene kleine Finale war ein Beispiel dafür. Die noch deutlicheren Siege in der Vorrunde gegen Katalonien, die Slowakei und Ungarn sorgten für Selbstvertrauen.
Das Team war eine homogene Einheit, geformt von den beiden engagierten Trainern Henning Eberhardt und Andre? Heppner samt Helfercrew. Die U19-Auswahl gefiel durch abgeklärte Spielweise, war athletisch und schnell, kämpferisch und flexibel. Sie war in der Lage, ein Spiel "zu lesen", gegnerische Spielzüge frühzeitig zu erkennen und dort zur Stelle zu sein, wohin der Gegner spielen will.

Das frühzeitige Erkennen und Unterbinden gegnerischer Angriffsaktionen führte in letzter Konsequent zu einer beachtlichen Quote: In acht Spielen immerhin 70 Treffer ins Korbgeflecht. Aber da ist noch was drin. "Wir haben ein gutes Turnier geespielt", meint Henning Eberhardt, "doch wir haben auch gesehen, dass wir noch eine Schüppe drauflegen können". Vielleicht schon beim "Euregio-Challenge" am 17. Mai. Dann trifft "the best of the rest" auf "the best" – die Topteams aus den Niederlanden und Belgien.

KORFBALL JUNIOR WORLD CUP RS
10.04.2007 WAZ, Castrop-Rauxel