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Regionalliga, die erste

Der letzte Verbandsliga-Meister Adler Rauxel schlägt in Wesseling ein neues Kapitel auf.
Konzentration der Kräfte soll internationale Konkurrenzfähigkeit verbessern.

KORFBALL SAISONSTART DER HALLENRUNDE Ein neues Kapitel ihrer Geschichte schlagen die Korfballer am Sonntag (2.) auf. In Wesseling treffen der TuS Wesseling und der KV Adler Rauxel um 14.30 Uhr aufeinander, und damit wird die erste Saison der neu eingeführten Regionalliga eingeläutet. Eine halbe Stunde nach dem Auftritt des letzten Meisters der alten "Verbandsliga-Ära", eben Adler Rauxel, geben in Bergisch-Gladbach der TuS Schildgen und GW Castrop-Rauxel ihr Regionalliga-Debüt. Komplettiert wird der erste Spieltag mit der Partie zwischen dem Gastgeber Selmer KV und dem HKC Albatros Henrichenburg.

Wenn nicht alle Zeichen trügen, dann wird das "ewige Duell" der Rivalen Adler Rauxel und GW Castrop die neue Saison nicht so sehr prägen wie in den Jahren zuvor. Zwar ist auch Adler-Coach Dieter Fernow mit dem Aufbau einer neuen Mannschaft beschäftigt, doch in der Equipe um Auswahlspieler Benjamin Grabosch sind die Sorgen weitaus geringer als ein paar Kilometer weiter nördlich in Ickern. Dort fallen nicht nur Rabea Cramer, Melanie Sponholz und Saskia Cramer wegen Mutterfreuden aus, sondern kurzfristig auch noch die Urlauber Timo Scholz und Christian Novinc, sowie der verletzte Marcel Balzuweit. Weswegen GWC-Coach Throsten Cramer schon mit einem "guten Mittelplatz" zufrieden wäre.

So könnte Vizemeister Selmer KV bei der Titelvergabe ebenso ein Wort mitreden wie der HKC Albatros. Allerdings bleibt in Henrichenburg abzuwarten, wie der Weggang von Sabrina Hölken und Andre? Heppner kompensiert werden kann. Die beiden Nationalspieler wechselten zum niederländischen Erstligisten DOS Enschede, wo sie Erfahrungen in der höchsten Liga des Korfball-Mutterlandes sammeln wollen.

Nicht zu unterschätzen sein dürften auch die rheinischen Verteter TuS Schildgen und TuS Wesseling. Insgesamt scheint das Erstliga-Sextett durch Ausgeglichenheit geprägt zu sein, vielleicht mit leichten Vorteilen für die Adleraner. Die Konzentration der Kräfte in der neuen Regionalliga ist exakt der Sinn der ganzen Sache: Verbesserte Konkurrenzfähigkeit im internationalen Vergleich. Ob die kurze Zeit von nur zwei Monaten bis zur Weltmeisterschaft im tschechischen Brünn (Anfang November) reicht, um die ersten Früchte zu ernten, bleibt indes abzuwarten.

Auf Dauer jedoch ist dies sicherlich der richtige Weg. "Langfristig ist auch die Einführung einer Bundesliga geplant", sagt Landesfachwart Detlef Dülfer. Allerdings haben die Korfballer da noch einen langen Weg vor sich, denn der Deutsche Turnerbund hat da klare Bedingungen festgelegt. In mindestens sieben Landesturnverbänden muss eine Sportart einen regelmäßigen Spielbetrieb unterhalten, ehe es grünes Licht für eine "echte" DM bzw. eine Bundesliga gibt. Derzeit versuchen die Korfballer, ihre Sportart in Bayern, Württemberg, Schwaben, Sachsen und Berlin zu etablieren. In Niedersachsen hat der regelmäßige Spielbetrieb allmählich Fuß gefasst.

So ist es nachvollziehbar, wenn GWC-Coach Thorsten Cramer, in Personalunion auch Nationaltrainer, meint, dass die Regionalliga "noch einige Jahre" brauchen werde, bis sie das halten kann, was ihr Name verspricht: Ein "Oberhaus", das nicht nur die Hochburgen im Rheinland und in Westfalen abdeckt. Bis dahin wird es sicher noch dabei bleiben, dass das Duell der "alten Rivalen" KV Adler Rauxel und GW Castrop-Rauxel – allen Personalsorgen zum Trotz – ihren gewohnten Charakter als "Gipfeltreffen" behalten. Zu sehen bereits am zweiten Spieltag (9. September) in der ASG-Sporthalle. Ralf Schacht
 

30.08.2007