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Niederlage durch ein „Golden Goal“

Im Spiel um den dritten Paltz unterliegen die deutschen Korbjäger der Auswahl Tschechiens unglücklich in der Verlängerung
KORFBALL EUROPAMEISTERSCHAFT Deutschlands Korfballer beenden die Europameisterschaft in Budapest auf dem vierten Platz. Das Spiel um Platz drei verloren die Korbjäger durch ein Golden Goal mit 15:16 gegen Tschechien und schafften damit das Minimalziel: Die Qualifizierung für die Weltmeisterschaft Co-Trainer Thomas Kupka war sichtlich enttäuscht. Er übernahm anstelle von National-Trainer Thorsten Cramer das Ruder. Cramer war bereits am Freitag aus beruflichen Gründen schweren Herzens vorzeitig abgereist. Dabei lief es für die deutsche Mannschaft im kleinen Finale eigentlich optimal. Die Truppe um Andre Heppner konnte die tolle Form aus der Halbfinal-Partie gegen Belgien (10:17) erneut abrufen. Gegen den Vize-Europameister von 2002 war die erste Halbzeit ausgeglichen. Beim Stande von 9:9 ging es in die Pause. Nach dem Wiederanpfiff bekamen die Deutschen die Begegnung in den Griff und führten drei Minuten vor Schluss mit 15:12. Es folgten die Einwechslungen von Björn Baran (für Henning Eberhardt) und Benjamin Grabosch (für Fabian Rodenbach). Krupka wollte in den Schlussminuten "mehr Länge" im Spiel haben. Zwar kamen die Tschechen auf 14:15 heran, doch Deutschland hatte in der Schlussminute den Ball im Angriff. Zum Leidwesen des Trainers konnte der Ball aber nicht gesichert werden und die Tschechen holten sich das Angriffsrecht zurück und nutzten es 20 Sekunden vor dem Spielende zum Ausgleich. Die Entscheidung musste nun durch ein Golden Goal fallen. Nun war neben dem notwenendigen Können auch die Hilfe von Fortuna gefragt. Zum Leidwesen der deutschen Auswahl stellte sich die Glücksgöttin auf die Seite der Tschechen. In der 67. Minute kamen die Gastgeber der nächsten Weltmeisterschaft zum 16:15. Die deutsche Mannschaft hatte sich selbst geschlagen.

Die unglückliche Niederlage im kleinen Finale ist aber kein Grund den Kopf hängen zu lassen. Die deutsche Auswahl spielte eine ganz hervorragende Europameisterschaft. Dabei fing das Turnier mit einem richtigen Dämpfer an. Die Mannschaft von Trainer Thorsten Cramer und Thomas Kupka verlor ihr Auftaktspiel gegen Russland mit 10:12. Es folgte die eingeplante Niederlage gegen die Niederlande. Im entscheidenen Gruppenspiel gegen England folgte die notwendige Leistungssteigerung. Mit 14:7 wurden die Engländer deklassiert. Im Halbfinale staunten die Belgier nicht schlecht, als Deutschland lange mithielt und nur an der eigenen Chancenverwertung scheiterte.

Am Ende gab es dann Lob von allen Seiten für die dynamische Spielweise der deutschen Körbjäger. Die gute Vorbereitung hatte sich also ausgezahlt. Trainer Thorsten Cramer führte ein neues Spielsystem ein, dass von den Akteuren gut angenommen wurde. Das gute Abschneiden und vor allem die gute Leistung lassen für zukünftige Aufgaben hoffen. Das Team ist mit Spielern aus Westfalen und dem Rheinland gut besetzt. Die nächste große Herausforderung steht im kommenden Jahr an: Die Weltmeisterschaft in Tschechien. Hier wollen die deutschen Korbjäger einen weiteren Schritt nach vorn machen und auch im "Weltkonzert" eine gute Note spielen.

23.04.2006   Von Michael Wegener