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Nervenflattern gegen Russland

Am späten Sonntagnachmittag kehrte die deutsche U16-Nationalmannschaft aus dem niederländischen Schijndel zurück, nachdem sie dort am TWC 2010 teilgenommen hatten. Insgesamt acht Teams spielten um den Titel, doch klar war auch, dass alles andere als ein Sieg der Gastgeber eine Überraschung wäre.

Starten sollte das Turnier am Samstagmorgen, doch schon am Abend vorher traf der deutsche Tross in Holland ein. Neben einem ersten organisatorischen Meeting stand eine Übungseinheit unter Regie des Bondscoach Jan Sjouke van den Bos auf dem Programm. Zusammen mit den beiden Nationalspielern Leon Simons und Jennifer Tromp trainierten die deutschen Junioren eine Stunde lang, bevor sie mit dem Shuttlebus zur nächtlichen Bleibe gebracht wurden.

Das Eröffnungsspiel war für 10.30 Uhr angesetzt und der Gegner war, wie schon im letzten Jahr, die Truppe aus Catalonien. Mit 4:3 setzte man sich damals durch, dieses Jahr sollte es etwas weniger spannend werden. Mit 10:6 behielt die Schwarz-Rot-Goldene-Equipe die Oberhand und tankte Selbstvertrauen für die anstehende Aufgabe gegen die Nachbarn aus Polen. Es sollte helfen, denn nach Ablauf der Spielzeit stand es 15:4 für die heimische U16, die damit auf dem besten Weg in die Finalspiele um die Plätze eins bis vier war.

Ein Platz unter den ersten Vieren war als Ziel ausgegeben und dabei eine Niederlage gegen die Gastgeber bereits eingeplant. Im Vergleich mit der besten Korfballnation der Welt sahen die deutschen Cracks dann auch kein Land und gingen mit 4:21 unter. Damit stand nach Abschluss der Gruppenphase fest, dass man im Kreuzfinale am Sonntag auf die bis zu diesem Zeitpunkt keineswegs überragenden Russen treffen würde, die in ihrer Gruppe den dritten Rang belegten.

Mit Sieg über Südafrika ins Entscheidungsspiel

Nach einer weiteren Übernachtung und einem gemeinsamen Frühstück ging es an die Vorbereitungen für das Russland-Spiel. Schon in der Nacht leistete Physiotherapeut Tobias Kehlenbach ganze Arbeit, indem er zahlreiche Blessuren und Verspannungen behandelte. Den Umständen entsprechend fit ging es dann also los und von Beginn an entwickelte sich ein Hammerspiel, dass sowohl in der regulären Spielzeit, als auch in der Verlängerung keinen Sieger fand. Im Strafwurfwerfen hatten dann jedoch die Osteuropäer die besseren Nerven und zogen dadurch in das Spiel um Platz drei ein.

Bei den Deutschen flossen Tränen, doch noch war das Turnier nicht beendet. Platz fünf war nun maximal noch möglich und mit einem 13:5-Erfolg gegen Südafrika schaffte es die deutsche Auswahl in das Entscheidungsspiel um den fünften Rang. Dort war abermals Catalonien der Gegner und abermals wurden die Spanier abgefertigt. 17:4 war das Endergebnis, welches die Truppe zumindest teilweise aufheiterte.

Dennoch bleibt am Ende eher ein ernüchterndes Fazit, denn das Ziel unter die ersten vier zu kommen wurde durch die Niederlage gegen Russland verfehlt. Allerdings präsentierte sich die U16 recht ordentlich und zeigte gerade in den letzten beiden Spielen, dass sie durchaus auch um die vorderen Plätze hätte mitspielen können. Für die Zukunft sieht Teammanager Edgar Hensel seine Truppe gewappnet, auch wenn gleich sechs Akteure in die U19 wechseln werden. „Der Nachwuchs hat schon einige Erfahrung gesammelt. Zusammen mit unserem guten Teamgeist werden wir auch weiterhin nicht verstecken müssen.“

Dann sicherlich auch im nächsten Jahr nicht, beim TWC 2011. In diesem Jahr attestierten die deutschen dem Turnierorganisator Jos van Meersbergen eine hervorragende Leistung.

von Bastian Mauritz