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Nationaltrainer Hof nimmt Arbeit auf – "Halbfinale ist unser Ziel"

CASTROP-RAUXEL Der neue Nationaltrainer der deutschen Korfballer hielt sich nicht lange mit taktischem Geplänkel auf und spielte bei seinem ersten Auftritt den Ball- zumindest rhetorisch – gleich ins Angriffsfach.

Jan Hof (53), der neue Mann an der Spitze der deutschen Auswahl, gab beim ersten Lehrgang mit seinen neuen Schützlingen schon bei der Begrüßungs-Ansprache die Linie für die nächsten Monate vor: „Das Halbfinale bei der Europameisterschaft ist unser großes Ziel.“ Der Titelkampf findet Ende Oktober in Holland statt.

In der Sporthalle der Fridtjof-Nansen-Realschule brachen die deutschen Korbjäger zum „Projekt Europameisterschaft“ auf. An dessen Ende soll zunächst die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2011 stehen – und dann eben, wie vor vier Jahren in Ungarn, erneut zumindest Platz vier.

Auftakt zur EM-Vorbereitung als Neubeginn

Der Auftakt der EM-Vorbereitung war zugleich ein Neubeginn für die Nationalmannschaft. Gut eineinhalb Jahre nach dem Rücktritt des Trainergespanns Thorsten Cramer (KC Grün-Weiß) und Thomas Kupka (TuS Schildgen) nahm das neue Führungsgremium mit dem früheren holländischen „Bondscoach“ Hof, wieder Co-Trainer Kupka und Teammanager Henning Eberhardt (SG Pegasus) die Arbeit auf.

Das Trio hatte ursprünglich 36 Spieler in den vorläufigen EM-Kader aus U19-Athleten bis zu bewährten Seniorenkräften berufen. Einige, darunter Martin Schwarze und Henning Schmidt vom Meister KV Adler Rauxel oder Lennart Schwirtz (Schweriner KC) und U23-Kapitän Hendrik Menker (Selmer KV), hätten jedoch aus Schul- oder Studiengründen abgesagt, erklärte Eberhardt: „Ihnen steht die Tür zur Nationalmannschaft mit Blick auf die WM 2011 aber weiter offen.“ Indes habe es auch Spieler gegeben, die sie berufen hätten, aber grundsätzlich nicht mitmachen wollten.

Testspiele ab 25. April geplant

Zusätzlich rückte Meik Casimir vom Regionalligisten HKC Albatros in den Kreis der Nationalmannschafts-Anwärter auf. Eberhardt: „Er hat sich durch seine Leistungen in den letzten Spielen aufgedrängt.“ An die (verbliebenen) Sportlern im vorläufigen Kader appellierte Übungsleiter Hof: „Wer dabei bleibt, muss richtig dabei bleiben.“ Es gelte für ihn „kein Nicht, kein Ja, vielleicht, keine Lust“.

Ein- bis zweimal pro Monat werde er mit der Mannschaft üben, sagte Hof. Geplant sind zunächst Testspiele am 25. April gegeneinander und im Juni in den Niederlanden. Ende Juni oder „vielleicht auch erst im September“ (Hof) soll der Kader dann auf EM-Maß (16) verkleinert werden.

Die Zeit der Vorbereitung sei „nicht kurz“ schrieb Hof seinen Schützlingen gleich ins Gebetbuch: „Sie wird weniger eine Frage der Kraft, sondern schwierig im Kopf.“

von Carsten Loos