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Nächster Nationaltrainer kommt wohl nicht aus Deutschland

Von Carsten Loos am 3. Februar 2009 14:48 Uhr
Die Ära deutscher Trainer der Korfball-Nationalmannschaft ist offenbar vorerst vorüber. Der nächste Übungsleiter der Auswahl des Deutschen Turnerbundes (DTB) kommt wohl aus den Niederlanden oder aus Belgien.

Das zeichnet sich bei der inzwischen drei Monate währenden Suche nach einem Nachfolger für das im Oktober zurückgetretene Trainergespann Thorsten Cramer (KC Grün-Weiß) und Thomas Kupka (TuS Schildgen) allmählich ab. "Es wird wohl ein Ausländer", sagte denn auch Detlef Dülfer, Korfball-Fachwart im Westfälischen Turnerbund (WTB), "wir haben hier keinen Trainer für diese Aufgabe."

Dülfer ist beim Drei-Nationen-Turnier in Spanien im Dezember nur als Interims-Coach eingesprungen und selbst Mitglied jenes Gremiums, das den neuen Nationaltrainer finden soll. Noch Ende 2008 hatte sich ein Coach aus Belgien auf die Stellen-Offerte des DTB gemeldet. Zudem haben inzwischen zwei Trainer aus den Niederlanden ihre Bewerbung in Deutschland abgegeben.

Europa-Cup Sieger Martin Hofstede an der Angel
Unlängst stattete zudem Martin Hofstede einem Regionalliga-Spieltag einen Besuch ab. Der 42-jährige Holländer ist der bislang vierte Kandidat für den Trainerposten bei der deutschen National-Equipe. Und hochkarätig noch dazu: Hofstede führte den holländischen Club DOS 46 2006 und 2007 zum Meistertitel im Mutterland des Korfballs sowie 2007 zum Gewinn des Europa Cups.

Das ist ungefähr so, als wenn der Deutsche Fußball-Bund (DFB) plötzlich Carlo Ancelotti, der 2007 den AC Mailand als Trainer zum 2:1-Sieg im Champions League-Endspiel gegen den FC Liverpool führte, an der Angel hätte, um ihn als Bundestrainer zu verpflichten.

"Es wird wohl am Ende einer aus dem Kreis dieser vier Kandidaten", mutmaßte Dülfer. Die Entscheidung soll bis Ende April, Anfang Mai gefallen sein. Zuvor wolle man noch mit einer Fragebogen-Aktion unter den aktuellen und künftigen Nationalspielern Perspektive und Konzept für die Zukunft entwickeln.

Dülfer wünscht sich Teilnahme am Europe Bowl
Dülfer: "Der neue Mann könnte dann noch vor den Sommerferien ein paar Trainingseinheiten abhalten." In großer Runde, als Sichtung für den künftigen Kader der Nationalmannschaft der Korbjäger. Auf die wartet nämlich schon im April 2010 die erste große Prüfung nach dem Absturz auf Platz elf bei der Weltmeisterschaft 2007.

Weshalb sich Dülfer die Teilnahme der deutschen Korfballer am Europe Bowl, eigentlich einem Turnier für C- und D-Länder und zugleich EM-Qualifikation, im Oktober wünscht. Damit liegt der Trainer-Fahnder schon jetzt auf einer Linie mit dem künftigen Nationaltrainer, egal wer es letztlich wird. Alle vier Kandidaten hätten sich ebenfalls für den Europe Bowl ausgesprochen, betonte Dülfer. Um mit der neuen Auswahl erste Erfahrungen auf internationalem Parkett sammeln zu können.