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KV Adler Rauxel: Neue Saison – neuer Modus

RAUXEL Der Schlusspfiff ertönte. Mit einem souveränen 11:5 wurde der HKC Albatros besiegt. Somit erreichten die Korfballer den vorzeitigen Meistertitel in der Premieren-Saison der neu geschaffenen Regionalliga. Doch Dieter Fernow, Trainer des KV Adler Rauxel, konnte sich ebenso wie seine Schützlinge kaum über den neuerlichen Titelgewinn freuen.  

Fernow geriet vielmehr ins Träumen. Er dachte an frühere Jahre: "Das war doch ganz anders, als der Meister erst nach dem letzten Spiel feststand." Oder gar erst in einem Entscheidungsspiel gekürt wurde.

Aber diesmal? Bereits drei Spieltage vor dem Saisonende standen die "Adler" als erster Regionalliga-Meister fest. Mit fünf Punkten auf den Tabellenzweiten KC Grün-Weiß, den ehemaligen Abonnementsmeister, wo doch an den bisherigen acht Spieltagen bisher gerade einmal um 16 Zähler gerangelt worden ist.

Adler auf der Rechnung
"Ich habe schon vor der Saison mit Adler Rauxel als Meister gerechnet", sagte Detlef Dülfer (KJ Lünen), der Korfball-Landesfachwart im Westfälischen Turnerbund (WTB). Vielleicht aber nicht in dieser Deutlichkeit. Vor allem wegen der aktuellen spielerischen Überlegenheit der mit Nationalspielern gespickten Adler-Equipe sei der Vorsprung so deutlich, betonte Dülfer, weniger wegen der Summe der Begegnungen: "Eine höhere Anzahl von Spielen erhöht die Siegchancen der anderen Mannschaften nicht."

14 Spiele hatte jede Mannschaft bis zur letzten Saison zur Brust. In dieser Spielzeit waren es nur noch 10, weil in der Regionalliga als höchster deutscher Korfball-Liga nur noch sechs Clubs (und ohne Zweitmannschaften) antreten durften. Weshalb schon vor dem Auftakt der neuen Top-Klasse der Ruf nach einem veränderten Modus laut geworden worden ist, um allen Teams wieder die so dringend nötige Spielpraxis auf hohem Niveau zu verschaffen.

Dülfer favorisiert, offenbar gemeinsam mit dem Liga-Ausschuss, die Saison nach der üblichen Hin- und Rückrunde zu erweitern um eine Meisterrunde der drei bestplatzierten Mannschaften und eine Abstiegsrunde der drei anderen Mannschaften. Jeweils mit Hin- und Rückspielen. So würde die Saison jedem Verein wieder 14 Spiele bieten. Dülfer: "Diese Anzahl müssen wir auch anstreben." Eine Entscheidung soll auf dem Staffeltag im April oder Mai fallen.

"Eine Play-Off-Runde ist dagegen schwer zu planen"
Eine dritte Runde mit allen sechs Mannschaften findet bei Dülfer dagegen ebenso Gefallen wie eine Play-Off-Runde nach dem Modus "Best of 3" oder "Best of 5". Bei einer dritten Runde sieht der Landesfachwart Konflikte aufziehen, weil einige Mannschaften dann mehr Heimspiele austragen würden als andere. "Eine Play-Off-Runde ist dagegen schwer zu planen", betonte Dülfer. Und eröffnet wohl bisweilen dem Zufall Tür und Tor, wie der Blick ins Korfball-Mutterland Niederlande zeigt.

Dort hatte sich in der letzten Saison DOS 46 äußerst glücklich auf den letzten Drücker für die Play-Off-Runde qualifiziert. Und wurde "völlig überraschend" Meister, wie Düfler erklärte. Ganz anders eben wie der vorzeitige deutsche Regionalliga-Meister.

Von Carsten Loos am 30. Januar 2008 | Ruhr Nachrichten