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KV Adler erst nach Sonderschicht im Finale

Castrop-Rauxel, 04.05.2009, Ralf Schacht,  Quelle: WAZ
Zum dritten Mal stehen die Korfballer des KV Adler Rauxel im Pokal-Finale. Doch der KO-ED-Cup-Sieger von 2006 und 2007 musste eine Verlängerung bemühen, um sich gegen den KC GW Castrop-Rauxel mit 23:18 (17:17) durzusetzen.

Das hat Stefan Stunk ganz und gar nicht geschmeckt. „Das Ergebnis stellt zufrieden, doch von der Leistung bin ich enttäuscht”, fand der Adler-Trainer auch einen Tag nach der Halbfinal-Sonderschicht deutliche Worte. „Da haben wir beim Training noch einiges anzusprechen”, kündigt Strunk an, „immerhin hat hier der Regionalliga-Meister gegen den Absteiger gespielt, doch ein solcher Unterschied war nicht zu sehen.”

Adlers Trainer mochte die Leistung des ehemaligen „ewigen Rivalen” aus Ickern nicht schmälern („die haben das ganz gut gemacht”), hatte aber von seiner Truppe mehr erwartet. Eine Frage des Charakters sei es gewesen, führte Strunk an. Schließlich hatten die Rauxeler die wichtigste Entscheidung der Saison gewonnen, waren mit zwei Playoff-Siegen gegen den TuS Schildgen Regionalliga-Meister geworden. „Es war in vielen Situationen zu erkennen, dass wir den Gegner zu leicht genommen haben”, resümmierte Stefan Strunk, „mit so einer Leistung und Einstellung hätten wir gegen Schildgen garantiert verloren”.

Grün-Weiß gleicht noch zweimal aus

Die Verlängerung war die Quittung. Mit drei, vier Körben hatten die Adleraner ständig vorne gelegen, doch die Grün-Weißen ließen sich nicht abschütteln. Drei Minuten vor Schluss schaffte das Team des GWC-Interimstrainers Timo Scholz (Melanie Sponholz und Patrick Pellny waren wegen einer Familienfeier verhindert) den 16:16-Ausgleich, kurz vor Schluss egalisierten Marcel Balzuweit und Co. auf 17:17. Erst in der Verlängerung legte Adler nochmal zu, während bei den Grün-Weißen die Kräfte nachließen.

„Es war ein Pokalspiel auf hohem Niveau”, befand GWC-Sprecher Tim Langhorst, „Grün-Weiß spielte nicht wie ein Absteiger, Adler zeigte sich aber durchaus in meisterlicher Form. Alles in allem können wir mit unserem Auftritt zufrieden sein.”

Ein richtig zufriedener Blick sieht anders aus: Trainer Stefan Strunk war von der Leistung seiner Adleraner enttäuscht. – Foto: Thomas Gödde/HG Während die Hallensaison für die Grün-Weißen damit beendet ist, müssen sich die Adleraner für den nächsten Samstag (9. Mai) nochmal motivieren. Das sollte nicht allzu schwer fallen, denn mit dem Endspielgegner TuS Schildgen haben die Rauxeler noch eine Rechnung aus dem letzten Jahr offen: Da warfen die Rheinländer den Titelverteidiger aus Rauxel im Halbfinale mit 11:10 aus dem Wettbewerb und wurden hernach mit einem 16:11-Sieg gegen den Schweriner KC Pokalsieger. Nun wollen die Strunk-Schützlinge Revanche nehmen und sich den „Pott” zurück holen. Es ist übrigens das fünfte Aufeinandertreffen der beiden derzeit wohl besten deutschen Korfballteams in dieser Saison.

Schildgen auf jeden Fall zum Europe Shield

Da Adler Rauxel international nicht auf zwei Hochzeitien tanzen kann, wird der Regionalliga-Vize TuS Schildgen auf jeden Fall Deutschlands Vertreter beim Europe Shield sein. Meister Adler Rauxel nimmt Anfang Oktober an der Qualifikation zum Eurocup teil. „Darauf werden wir uns frühzeitig und intensiv vorbereiten”, kündigt Stefan Strunk an, „wir wollen unbedingt wieder in die Endrunde”. Das Turnier der besten acht Landesmeister wird im Januar 2010 in Belgien ausgespielt – und dort wollen die Rauxeler etwas gutmachen: Dieses Jahr waren sie lediglich Siebter geworden und trotz eines 14:13-Trostsieges gegen den englischen Vertreter KC Trojans frustriert nach Hause gefahren.