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Hans-Georg-Felder: Vom Korfball auf die große Fußballbühne

CASTROP-RAUXEL Er war in den 90er Jahren einer der bekanntesten Akteure im Castrop-Rauxeler Korfball – heute ist die große Fußballbühne sein Zuhause. Hans-Georg Felder, ehemaliger Spieler des KC Grün-Weiß, ist seit zehn Jahren als Pressesprecher für den Fußball-Bundesligisten Hertha BSC Berlin tätig. Ein Porträt.  

Fünf Weltmeisterschaften, vier World Games, 78 Länderspiele, dazu zahlreiche Deutsche Korfball-Meistertitel mit dem KC Grün-Weiß: Die sportliche Bilanz von Hans-Georg Felder liest sich beeindruckend.

Und dennoch muss der 42-Jährige feststellen, dass die aus den Niederlanden stammende Sportart in seiner Wahlheimat Berlin praktisch niemandem ein Begriff ist. Kleine Achtungserfolge gibt es aber auch heute noch.

Korfballer im Fernsehen
So etwa im vergangenen Herbst, als im Fernsehen kurz über die Weltmeisterschaft der Korfballer in Tschechien berichtet wurde. Auch bei Hertha BSC, genauer gesagt beim zweiten Torwart Christian Fiedler, fiel dies auf fruchtbaren Boden. "Er kam hinterher zu mir und sagte: Mensch Hansi, den Sport, den du betrieben hast, gibt es ja wirklich", schmunzelt Felder.

Ansonsten muss für den Hertha-Pressesprecher die Beschäftigung mit dem Korfballsport weitestgehend ruhen – auch wenn er festgestellt hat, dass Berlin keine komplett Korfball-freie Zone ist. "Es gibt hier eine Studentenmannschaft, die mich auch gerne als Trainer haben wollte", berichtet Felder.

"Das schaffe ich aber zeitlich nicht." Das intensive Engagement für den Hauptstadtclub beendete auch im Juli 1998 abrupt die Korfball-Laufbahn des Spielers Hans-Georg-Felder. Sportlich fiel dem Wechsel nach Berlin ein Großereignis zum Opfer, dass der Korfballer noch gerne zum Abschluss seiner Karriere wahrgenommen hätte: "Auf die WM 1999 in Australien musste ich leider verzichten".

"Das war schon eine schwierige Eingewöhnungszeit"
Der gebürtige Rheinländer, der zuvor unter anderem für den Sportinformationsdienst (sid) und für eine Kölner PR-Agentur tätig gewesen war, musste sich von heute auf morgen mit den Anforderungen der Medienlandschaft rund um einen Bundesliga-Verein vertraut machen. "Das war schon eine schwierige Eingewöhnungszeit", sagt Felder in der Rückschau. "Ich bin auch in manches Fettnäpfchen getreten."

Im anspruchsvollen Job bei der Hertha fasste er schnell Fuß, schon bald nach seinem Amtsantritt gab es zudem einen der größten Erfolge der jüngeren Vereinsgeschichte zu vermelden: 1999 qualifizierte sich der Bundesligist für die Champions League. Im schnelllebigen Profifußballgeschäft hat Felder während seiner nunmehr zehnjährigen Tätigkeit als Hertha-Sprecher bereits eine Reihe von Trainern erlebt. "Ich habe mit allen gut zusammengearbeitet", sagt er.

In der Hauptstadt sind Felder und seine Ehefrau mittlerweile heimisch geworden. Der ehemalige Korfballer arbeitet zwar gerne im Umfeld der Fußballprofis, ist aber froh, nicht selbst permanent in der Öffentlichkeit zu stehen. "Insgesamt führen wir hier ein nettes, ruhiges Leben", fasst er zusammen.

Im Sportsudio Scheinwerfer getroffen
Den einen oder anderen medienwirksamen Auftritt kann aber auch der Hertha-Pressesprecher vorweisen, so etwa als Schütze an der legendären Torwand im "Aktuellen Sportstudio" des ZDF. Nachdem der ursprünglich eingeladene Hertha-Profi Sebastian Deißler hatte absagen müssen und Teamkollege Marco Rehmer als Ersatz-Studiogast wegen einer Verletzung auf das beliebte Spiel verzichten musste, wählte Moderator Rudi Cerne kurzerhand Felder als Schützen aus. "Mit dem ersten Schuss habe ich gleich einen Scheinwerfer neben der Torwand getroffen", erinnert sich der Korfballer. Immerhin versenkte er dann aber doch einen Ball auf korrekte Art und Weise.

Zu früheren und aktuellen Protagonisten des Castrop-Rauxeler Korfballs wie Thorsten Cramer oder Thomas Kupka hält Hans-Georg Felder, der 1992 von seinem Heimatverein TuS Schildgen zum KC Grün-Weiß gewechselt war, auch heute noch Kontakt. Somit hat er auch die jüngsten Differenzen um National- und Vereinstrainer Cramer mit leichtem Befremden verfolgt. "Es sollte für alle Aktiven im Korfballsport im Vordergrund stehen, diesen Sport nach vorne zu bringen", sagt der ehemalige Nationalspieler.

Von Jörg Laumann am 14. Februar 2008 18:39 Uhr