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Bronze soll es sein

Castrop-Rauxel, 09.10.2008, Ralf Schacht,  0 Kommentare, Trackback-URL
Castrop-Rauxel. Der Countdown läuft: Noch drei Wochen, dann bestreiten Deutschlands U23-Junioren in Taiwan ihren WM-Auftakt gegen den Titelverteidiger aus den Niederlanden. Angestrebt wird der dritte Platz – wie vor vier Jahren in Duisburg.

Auch wenn man über Monate hinweg das erste WM-Spiel des deutschen U23-Nationalteams am 1. November noch in weiter Ferne gesehen hat, jetzt rückt das Eröffnungsspiel gegen den Titelverteidiger aus den Niederlanden immer mehr in den Fokus. Der Countdown zur U23-Weltmeisterschaft in Kaohsiung/Taiwan läuft: In gut zwei Wochen geht die Reise los. Der Kader ist benannt, Flüge sind längst gebucht, und es wird fieberhaft für ein reibungsloses Turnier gearbeitet.

Im Team geht die Ungeduld um. Wenn es nach den Spielerinnen und Spielern ginge, dann könnte es sofort losgehen. Dabei sprühen alle vor Optimismus: Der 3. Platz soll es sein. Wieder sein. Genau wie vor vier Jahren bei der letzten WM in Duisburg, als Gastgeber Deutschland das kleine Finale gegen Taiwan mit 16:12 gewann und damit eine bravouröse Turnierleistung krönte.

Das Teilnehmerfeld für die WM 2008 ist zwar von zehn auf zwölf Mannschaften angewachsen, aber dennoch: „Bronze”, das ist nicht unmöglich. Das hat Deutschlands Korfball-Nachwuchs bei den großen Turnieren der letzten Jahrde immer geschafft: Dritter bei der U23-WM 2004 in Duisburg, Dritter bei der U21-EM 2006 in Portugal, Dritter beim U19-World-Cup 2007 in Leeuwaarden. Drei kräftige Argumente für die These, dass Deutschlands Junioren gut ausgebildet werden.

„Das ist natürlich kein Freibrief, und sich auf Lorbeeren auszuruhen, hat noch niemandem gut getan”, sagt Teamsprecher Jochen Schittkowski, „ich warne davor, zu sehr nach hinten zu blicken, denn schwere Gegner warten in Taiwan auf uns”.

In der Tat: Deutschland bekommt es in der Gruppe A mit den Niederlanden, Tschechien, Südafrika, Russland und China zu tun. Und nur die beiden Erstplazierten der beiden Vorrunden-Gruppen ziehen ins Halbfinale ein. Schwierig genug allemal.

Den 16-köpfigen U23-Kader bilden sechs Akteure aus dem Rheinland (ETB) und zehn aus Westfalen (WTB). Gleich 13 Spieler werden von den Regionalliga-Klubs TuS Schildgen (2), KV Adler Rauxel (4), GW Castrop-Rauxel (2), Pegasus Rommerscheid (3) und Selmer KV (2) gestellt, dazu kommen drei Akteure von den „Zweitligisten” (Oberliga) Schweriner KC und TuS Wesseling.

Viele Gründe spielten eine Rolle für die Nominierung der WM-Equipe: Leistung, Leistungsbereitschaft sowie personelle Taktik und Alternativen auf der einen Seite, Rahmenbedingungen wie z. B. Studium, Beruf oder Verletzungen auf der anderen. Das Trainer-Duo Harold Kuklinski und Henning Eberhardt hofft, eine glückliche Hand gehabt zu haben und erarbeitete ein Mammut-Vorbereitungspensum.

Wie seit einigen Jahren üblich, ist die U23-Weltmeisterschaft der „Vorreiter” für die stets ein Jahr danach folgenden „World Games” (Weltspiele der nichtolympischen Sportarten). Und nicht erst nach den positiven Eindrücken der Olympischen Spiele sowie der Paralympics in Peking dürfen sich die Korbjäger auf die tolle fernöstliche Gastfreundschaft in Kaohsiung freuen. Die taiwanesische Stadt hat 1,5 Millionen Einwohner und ist einer der wichtigsten Häfen im südostasiatischen Raum.

Abreisetag für die Delegation ist am Mittwoch, 29. Oktober. Um 10.40 Uhr hebt der Jet der China Airlines in Frankfurt ab, gut zwölf Stunden später um 5:55 Uhr Ortszeit landet der Flieger in Taipeh/Taiwan. Der Weiterflug von Taipeh nach Kaohsiung dauert nur eine Stunde. Fast zwei Tage Ruhezeit und Gewöhnungsphase zur Umstellung auf Klima und Zeitverschiebung müssen reichen, um am 1. November das erste Spiel gegen den Titelverteidiger Niederlande zu bestreiten.

Bis dahin steht noch die „heiße Phase” der Vorbereitung mit (mindestens) sechs Trainingseinheiten und vier Testspielen in Holland auf dem Programm.

Deutschlands WM-Kader:
Damen: Heike Büsing (TuS Schildgen), Karen Fuchs (Schweriner KC), Linda Schiller (GW Castrop), Katharina Holtkotte (Adler Rauxel), Kathrin Hermann (Adler Rauxel), Julia Müller (TuS Wesseling), Susanne Peuters (Pegasus Rommerscheid), Carolin Rudolph (TuS Schildgen). –  Herren: Hendrik Menker (Selmer KV), Martin Schwarze (Adler Rauxel), Fabian Kloes (Pegasus), Sven Müller (Pegasus), Tim Langhorst (GW Castrop), Henning Schmidt (Adler Rauxel), Marc Tögemann (Selmer KV), Lennart Schwirtz (Schweriner KC). – Trainer: Harold Kuklinski, Henning Eberhardt.